Die Zeiten, in denen Abfälle in Deutschland in Deponien abgelagert wurden, sind vorbei. Seitdem in den 90er-Jahren die Wertstoffsammlung eingeführt wurde, hat sich ein Müllverwertungssystem etabliert, das die Verwertung in einer fünfstufigen Hierarchie kategorisiert:

  • Vermeidung,
  • Vorerfassung der Abfälle und Wertstoffe,
  • Recycling,
  • Verwertung und
  • Beseitigung.
https://zerowastecities.eu/blog/

Mit dieser Entwicklung wurde der Weg zu einer Kreislaufwirtschaft angestoßen, der in manchen Bereichen schon gut funktioniert. Eisen oder Aluminium sind beispielsweise sehr werthaltig, leicht zu trennen und können eingeschmolzen und ziemlich verlustfrei zu neuen Produkten verarbeitet werden. Auch wenn hierzu noch viel Energie benötigt wird.

Wir möchten alle Kreisläufe schließen und Wertstoffen und Produkten einen möglichst langen Lebenszyklus ermöglichen. Denn sowohl bei der Produktion als auch beim Konsum sowie auch bei der Entsorgung entstehen Schadstoffe und CO2-Emissionen.

Ein Gegenstand, der für eine Person keinen Nutzen mehr hat, sollte nicht als “Müll” klassifiziert werden. Was für eine Person Abfall ist, kann in einer zirkulären Konsumgesellschaft woanders wertvoll sein. Sei es eine leere Trinkflasche, ein altes Kleidungsstück, Verschnitt von einem Möbelstück oder Alteisen, das wieder eingeschmolzen werden kann. Nahezu jeder Gegenstand kann prinzipiell weiterverwendet werden.

Wie wird die Stadt Köln klimaneutral?

Als Klimaschutz-Vorreiterin muss sie Möglichkeiten aufzeigen und ökologisches Management vorleben.

  • Um diesen Denkwandel zu unterstreichen, sollte die Stadt Köln sich zu dem Commitment der Zero Waste Cities Europe bekennen und mit einem Maßnahmenplan die Transformation der Stadt aktiv mitgestalten, um weniger Abfall zu produzieren, so viele Rohstoffe und Produkte wie möglich wiederzuverwenden und Menschen und Unternehmen den Weg zu einem Zero Waste Umgang mit Konsumgütern erleichtern.
  • Am Ende der Abfallverwertungskette steht das Verbrennen von Müll, das nur dann angewendet wird, wenn alle anderen Maßnahmen nicht mehr greifen und der Abfall nicht (weiter) verwendet werden kann. Die Menge des verbrannten Mülls ist insofern der beste Indikator für den Erfolg einer Abfallwirtschaft. Wir fordern eine Reduzierung der Menge von verbrannten Müll aus dem Kölner Stadtgebiet um 50% bis 2030.
  • Die Stadt Köln sollte ihr Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft durch einen Anschluss an das “Circular Economy”-Bündnis für Städte der Ellen MacArthur-Stiftung dokumentieren. Wir fordern die Implementierung des zirkulären Ansatzes sowie des Zero Waste-Leitbilds in das Unternehmens-Leitbild der Abfallwirtschaftsbetriebe.
  • In der Verwaltung und der Entsorgungswirtschaft sollte nicht mehr von einem Abfallwirtschaftskonzept oder -plan gesprochen, sondern generell Rahmenbedingungen für ein ganzheitliches Zero Waste- Konzept geschaffen werden, welches Wirtschaft, Soziales und Umwelt gleichberechtigt behandelt. Die AWB soll sodann als Keimzelle für die Verbreitung dieses Begriffs- und Wertewandels in die Stadtgesellschaft dienen. Die AWB kann den richtigen Umgang mit Abfall durch Fortbildungen und Führungen für Schulen, sonstige Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen sowie die IHK vermitteln und einüben. Ein solches Zero-Waste-Konzept schließt idealerweise alle Interessen und beteiligten Partner:innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Handel, Produktion, Bildung und alle Bürger:innen ein. Positivbeispiele sind hier die Wirtschaftsbetriebe Duisburg oder das Abfallwirtschaftskonzept des Landes Berlin.

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