Die Grünflächen der Stadt Köln sind in mehrfacher Hinsicht ein immens wichtiger Baustein für eine zukünftige Stadtentwicklung, die unter den Bedingungen der Klimakrise nachhaltig das Wohl aller Kölner Bürger:innen berücksichtigen muss.

Die Parks, Wälder und Gewässer innerhalb des Stadtgebietes als auch in seiner unmittelbaren Umgebung sind nicht nur Erholungs- und Freizeitstätten, sondern bilden vor allem als ökologisches System sowohl die Lunge als auch das Kühlungssystem der Stadt. Mit der Erhaltung dieser lebensnotwendigen Flächen ist der Rahmen für ein politisch-verantwortbares Handeln gesetzt.

Eine klimaresiliente Stadtentwicklung gründet sich also vornehmlich auch auf dem Erhalt, Ausbau und der Aufwertung der städtischen Grünflächen. Den Mittelpunkt bildet in Köln das historische Kölner Grünsystem bestehend aus dem Inneren und Äußeren Grüngürtel und seinen verbindenden Radialen (Frischluftschneisen), die sich weit in das Kölner Umland erstrecken. Der ökologische und kulturelle Wert dieses Erbes ist erheblich. So binden diese Flächen CO2, schaffen Verdunstungskühle, die über die Gürtel und die Radialen in die überhitzten Stadtgebiete getragen wird, dienen dem Erhalt der städtischen Biodiversität und binden Schadstoffe. Kulturell bilden sie ein historisches Erbe, das Identifikation schafft und als städtebauliches Markenzeichen gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise von internationaler Bedeutung ist.

Aus dem steigenden Bedarf an Wohnraum resultiert ein Konflikt zwischen baulichen Flächennutzung zur Schaffung von zusätzlichen Wohnungen und der Erhaltung der Grünflächen im Stadtgebiet. Zur Milderung dieses Konfliktes hat für uns das Ausschöpfen der Potenziale der Nachverdichtung der Stadtviertel und die Förderung neuer Wohnkonzepte Priorität (vgl. Stadtplanung). Gilt es diesem allgemein bestehenden Zielkonflikt ausgewogen Rechnung zu tragen, so werden Versiegelungen dagegen innerhalb des Kölner Grünsystem von uns kategorisch abgelehnt. Obwohl weite Teile des Kölner Grünsystems unter Denkmal und/oder Landschaftsschutz stehen, sind hier in der Vergangenheit immer wieder Flächen versiegelt worden oder stehen in Planung, versiegelt zu werden. Prestigeneubauten zu planen, während gleichzeitig der Klimanotstand ausgerufen wird, ist in unseren Augen unverantwortbar.

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