Der Ausbau der Grünflächen ist durch die negativen Auswirkungen der Klimakrise auf das zukünftige Leben und die Lebensqualität in dichtbesiedelten Räumen, so zum Beispiel die gesundheitliche Gefährdung (bis hin zum Hitzetod) durch längere Hitzeperioden, ein notwendiges Gebot, das sowohl dem Prinzip der Anpassung als auch dem der Vorbeugung folgt. Bei Konflikten zwischen der Flächennutzung als Bau- oder Grünfläche, halten wir es für unbedingt notwendig, vermehrt Grünflächen den Vorzug zu geben und ihren Anteil an der Stadtgesamtfläche zu erhöhen.

  • Wir fordern deshalb den Ausbau der grünen und blauen Infrastruktur um 15% bis 2030 als eine wesentliche Maßnahme zur Vermeidung der negativen Folgen der Klimakrise in städtischen Ballungsgebieten.
  • Die Vollendung des Inneren Grüngürtels durch die Verlängerung im Bereich der geplanten Parkstadt Süd bis zum Rhein muss wesentlicher Bestandteil der Neugestaltung dieses Stadtteils sein. Neben den positiven ökologischen Effekten sehen wir hier auch die Möglichkeit, Aspekte der Klimaresilienz mit der Weiterführung des stadt-architektonischen Erbe Kölns zu verbinden.
  • Um weitere Grünflächen zu gewinnen, fordern wir ein Programm zur Entsiegelung von Flächen, mit gezielten Anreizen auch zur Entsiegelung privater Flächen, insbesondere Schulhöfe sollten entsiegelt und begrünt werden.
  • Ergänzend fordern wir, dass die Neugestaltung öffentlicher Flächen nicht ohne schattenspendenden Baumbestand und einen Anteil von zusammen mindestens 30% grüner und blauer Infrastruktur durchgeführt werden kann, um gerade in innerstädtischen und anderen hochverdichteten Bereichen die Temperaturentwicklung durch Verdunstungskühle positiv zu beeinflussen. Die Neugestaltung der Berrenratherstrasse sollte ein erstes positives Beispiel sein, das sich von der Umgestaltung der Venloerstrasse als nicht gelungenes Beispiel abhebt.
  • Da durch die gleichzeitig geplante Verkehrswende und die Reduzierung des Parkplatzangebots Flächen zur Neugestaltung frei werden, fordern wir eine Entsiegelung und Begrünung von Verkehrsflächen (Schienentrassen, Parkplätze etc.), gefördert durch ein finanzielles Anreizprogramm der Stadt.
  • Durch die Gründung einer städtische Koordinierungsstelle für private Begrünungsvorhaben soll es Bürger:innen ermöglicht werden, geeignete Flächen zur Entsiegelung und/oder Begrünung vorzuschlagen. Geeignete Flächen kann die Stadt dann entsiegeln und die Bürger:innen bei der Begrünung durch Förderungen zur Begrünung freier Flächen unterstützen. So können Bürger:innen z.B. Gemeinschaftsgärten (Beispiel: Neuland Köln) anlegen, Baumscheiben begrünen, insektenfreundliche Blumenwiesen anlegen, Konzepte wie “Incredible Edible” oder die “Essbare Stadt” auf Flächen im Öffentlichen Raum verwirklichen und damit auf die Gestaltung ihrer Viertel einen direkten Einfluss nehmen.

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