Die Wiederverwendungsquote von Produkten oder ihren Materialien kann einerseits durch eine gute getrennte Sammlung und Erfassung und andererseits durch ein recyclingfreundliches Produktdesign gesteigert werden. Noch längst haben nicht alle Kölner Haushalte die gelbe Tonne für die Wertstoffsammlung angeschafft, geschweige denn eine Biotonne.

  • Wir fordern eine Pflicht für die gelbe und die Bio-Tonne und eine 100%-Anschlussquote bis 2030. Dabei soll die Abholung von Bio- und gelben Tonnen kostenlos bleiben. Je besser Bürger:innen ihren Müll trennen, desto mehr Geld können sie sparen, denn gezahlt werden muss nur die Abholung der grauen Tonne. Die Stadt Köln und die Abfallwirtschaftsbetriebe müssen die Bürger dahingehend besser informieren, da die Sachkenntnisse über Entsorgungskosten und -verfahren teilweise noch mangelhaft sind.
  • Wie befürworten die Einführung einer kleinen Bio-Tonne, die eigenständig und kostenlos bei einem der zahlreichen neuen Veedel-Mikrodepots geleert werden kann. Durch eine kleinere Biotonne (“Biotönnchen” mit 15 oder 30 Litern Fassungsvermögen) setzt man einen Anreiz für Haushalte, organische Abfälle separat zu sammeln, da kleine Tonne Platz spart und ihr Inhalt durch selbständigen Transport schneller geleert und auf diese Weise Geruchsbelästigungen minimiert werden können.
  • Daneben setzen wir uns für die Einführung einer Bürger:innenmüllabfuhr ein. Müllsammel-Initiativen wie die “Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit” (K.R.A.K.E) zeugen von einer enormen Bereitschaft engagierter Bevölkerungskreise, dem Müllproblem entgegenzutreten. Diesen Bürgern stellt die AWB Köln Transportmöglichkeiten zur Verfügung, so wie man es von ehrenamtlich betriebenen Bürger-Bussen zur Unterstützung des ländlichen ÖPNV kennt, beispielsweise emissionsfreie Lastenräder. Die Bürger:innen-Müllabfuhren sammeln die Biotönnchen eines Viertels ein und bringen sie zu den Mikrodepots. Auf diese Weise kann die Abholfrequenz der Biotönnchen von zweiwöchentlich auf wöchentlich erhöht werden, was deren Akzeptanz weiter steigert. Die AWB kann mit bisherigen Industriestandards wie dem 1.100 Liter Container und kürzeren Abholwegen zu den Mikrodepots ohne Umstellung weiterarbeiten.
  • Bürger:innen, die sich in der Bürgermüllabfuhr engagieren, werden im Gegenzug mit einer Erstattung der Abfallgebühren belohnt. Biokompost in privaten oder urbanen Gemeinschaftsgärten wären auch denkbare Abnehmer:innen für das “Biotönnchen”. In einem Modellversuch 2019 waren zumindest die Cafés über die Abnahme von Kaffeesatz über so ein System überwiegend hellauf begeistert.
  • beispielsweise zum “Neubau von emissionsarmen, effizienten Vergärungsanlagen” oder zum “Aufbau von Strukturen zur Sammlung von Grünabfällen” des Forschungszentrum Jülich sind voll auszuschöpfen.
  • Die Stadt Köln soll gemeinsam mit den AWB ein innenstadtnahes Rückführungskonzept von Wertstoffen in die Randbezirke entwickeln, wo oftmals Wiederaufbereitungsanlagen von Wertstoffen stationiert sind. Hierbei spielen oben erwähnte Veedelsmikrodepots eine zentrale Rolle und helfen den AWB die Logistikkosten niedrig zu halten.
  • Um über das richtige Trennen von organischen Stoffen (“Biomüll”) zu informieren und um Verunreinigung durch Störstoffe zu reduzieren sind Wohnungsbaugesellschaften ein wichtiger Kooperationspartner.
  • Wir fordern den Anschluss von Entsorgungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum an das getrennte Sammelsystem. Es ist inkonsequent, wenn zu Hause, auf der Arbeit, in der Schule, an den Flug- und Bahnhöfen Wertstoffe getrennt gesammelt werden, aber im gesamten Kölner Stadtbild von wenigen Ausnahmen abgesehen Restmülltonnen eingesetzt werden.

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