Klimanews to Go 15.11.2019

Klima-News to Go: Die Up- und Downsides in Sachen Klima in dieser Woche im Rückblick:

        
Klimafakten:
In Australien wüten die schlimmeste Buschfeuer. Unbestritten ist, dass es sich um eine extreme
Feuersaison handelt.  Über 100 Buschbrände wüten in den beiden
Bundesstaaten New South Wales und Queensland, verbrannt ist bereits eine Fläche
von über 1,1 Millionen Hektar. Laut dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus
brennen die Feuer in New South Wales im Vergleich der letzten 16 Jahre mit
bisher unbekannter Intensität
Am Tag zuvor hatten sich die Feuer der
Millionenmetropole Sydney genähert, für die erst als in der Geschichte eine
Feuer-Katastrophenwarnung herausgegeben worden war..
Unterdessen läuft in “Down Under” eine intensive Debatte, ob der Klimawandel für
die Schwere der Brände mitverantwortlich ist. Besonders, nachdem
Vize-Premierminister Michael McCormack das mit markigen Worten abgestritten hat. In Australien habe es, sagte McCormack, “schon immer Feuer” gegeben. Der
Klimawandel sei ein Hirngespinst der “verrückten innerstädtischen Linken”.

Aber Fakt ist: In den Brandregionen war es noch nie so trocken. In den letzten Jahren hat sich der Trend offenbar verschärft. Die Regionen, die derzeit in Flammen stehen, verzeichnen seit 2016 in ihren trockensten Zeitraum seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen.
Die winterliche Niederschlagsmenge lag in einigen Gebieten unter der Hälfte des
Normalniveaus. In Südaustralien war der Oktober der trockenste Oktober bisher.Im Gegensatz dazu Venedig:
Venedig säuft ab. Das schlimmste Hochwasser seit
über 50 Jahren hat in der weltberühmten Lagunenstadt Venedig schwere Schäden
angerichtet. Bürgermeister Luigi Brugnaro veranschlagte die Schäden am Mittwoch
im Sender RAI auf mehrere
hundert Millionen Euro. Er sprach von „weitreichender Verwüstung“. Der Markusplatz, die Krypta und das Presbyterium des Markusdoms standen unter
Wasser.   Bis zu 70 cm. Die Einschläge kommen immer näher. Wir alle wissen, dass wir
handeln müssen. Aber weiss es die Politik auch? Wenn wir diese Wochen
zurück schauen, dann ist die klare Antwort nein. Denn:Es werden gerade die Weichen dafür gestellt, dass die
Windkraft, die  essentiell für die
Energiewende ist, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. .
Bei der Windkraft übernimmt der Gesetzentwurf zum Klimagesetz alle
rigiden Einschränkungen, die schon in diversen Regierungspapieren zuvor die Branche
fesseln sollten. Windanlagen sollen demnach nicht zulässig sein,
wenn sie “in einem Mindestabstand von weniger als 1.000 Metern zur
zulässigen Wohnbebauung in einem im Bebauungsplan festgesetzten reinen oder
allgemeinen Wohngebiet oder zur zulässigen zusammenhängenden Bebauung mit mehr
als fünf Wohngebäuden in einem festgesetzten Dorfgebiet” errichtet werden
sollen.
Fatal ist, dass schon von einer Wohnbebauung mit fünf Häusern
der Tausend-Meter-Abstand einzuhalten ist. 
Auch der BWE sieht da keinen Zusammenhang: “Die
Festlegung auf 1.000 Meter hat keinen Bezug auf die tatsächlichen Immissionen
der Anlage am spezifischen Standort, sondern ist ein willkürlicher politischer
Kompromiss, mit dem der Ausbau der Windenergie, besonders im Fall der sehr
engen Auslegung des Referentenentwurfs, beinahe zum Erliegen kommen wird”,
erklärte
Verbandspräsident Hermann Albers.
Die Windenergie ist ohnehin auf dem absteigenden Ast. Die
Zahlen sind bestürzend: In nur einem Jahr sind in der Windindustrie insgesamt
26.000 Arbeitsplätze abgebaut worden und damit mehr, als insgesamt in der
Braunkohle beschäftigt sind“, kommentierte Lorenz Gösta Beutin, Klima- und
Energiepolitiker der Linke-Fraktion, die Zahlen. „Damit ist die
Beschäftigungssituation bei Windenergie an Land um circa fünf Jahre
zurückgefallen.“ Dazu passt, dass Enicron diese Woche bekannt geben hat,
3000 Jobs abzubauen.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 65 Prozent der Stromerzeugung bis 2030 kann
so nicht gelingen. Denn es fehlen Flächen, die Genehmigungsverfahren dauern
zu lang. Die Bundesregierung ist der Totengräber einer Hauptsäule der Energiewende. Da
verwundert eine weitere Meldung dieser Woche nicht: 
Nach wie vor wächst der durchschnittliche Treibhausgasausstoß
der 19 Industrie- und Schwellenländer sowie der EU. Im vergangenen Jahr
verzeichnete die Gruppe einen Anstieg um 1,8 Prozent. Industrieländer halten
das Klima auf 3 Grad Kurs
Das ist ein Ergebnis des diesjährigen
“Brown to Green”-Reports, den Climate Transparency heute
veröffentlicht hat, ein Netzwerk aus mehreren Thinktanks. In der seit 2015
jährlich erscheinenden Studie werten die Wissenschaftler und Umweltschützer die
Klimapolitik der G20 aus. Wenn die Menschheit
weiter so wirtschaftet wie bisher, also jährlich mehr als 40 Milliarden Tonnen
Kohlendioxid freisetzt, reicht das Budget noch sechs Jahre. Wenn sie dann schlagartig
aufhören würde, CO2-Emissionen zu verursachen, gäbe es eine Chance
von zwei Dritteln, die 1,5-Grad-Marke nicht zu reißen.
EU Bank

TO DO next week:
Climate School an der Uni mit Vorlesungen und
Talks (ua Frank Schätzung 25.12., 12 Uhr) vom 25 bis 29 November an der Uni
Köln
Jeden Samstag bis 21,12 gibt es einen Flashmob
in der Stadt, 13 Uhr Rautenstrauchmuseum. Schafmasken. Gegen Konsum in der Xmas
Zeit.

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