Ein sehr guter Artikel aus der ZEIT zum Thema Verkehrswende und wie diese kann durch Anreize erreicht werden kann. Befragt wurde Verhaltensökonom Prof. Dr. Matthias Sutter, Direktor des Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Der Artikel findet sich hier:

https://www.zeit.de/mobilitaet/2020-02/verkehrswende-klimaschutz-emissionen-fliegen-bahnfahren-verkehrsmittel-matthias-sutter/komplettansicht

Interessante Passagen in dem Interview, die wir hier zitieren möchten:

  • Eine Studie hat untersucht, was passiert, wenn Eltern, die ihre Kinder zu spät aus dem Kindergarten abholen, eine Strafe zahlen müssen. Das Ergebnis: Mehr Eltern kommen zu spät. Es entsteht das Gefühl: Wenn ich meine Strafe zahle, habe ich den Schaden behoben und verstoße gar nicht gegen die soziale Norm. Aus der Norm wird eine Geschäftsbeziehung.
  • Wenn man Menschen einen Bonus dafür bezahlt, dass sie nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit kommen, verändert das wenig. Wenn man aber an das Gewissen appelliert, hat das einen deutlichen Effekt.
  • Wenn ein Verbot durchgesetzt wird, kann es ziemlich schnell zur sozialen Norm werden. Aus der Forschung wissen wir, dass man Kooperation fördern kann, wenn man Verstöße sofort transparent sanktioniert. Dann wird es schnell zum geübten Verhalten. Das funktioniert selbst, wenn vorher der Großteil der Gesellschaft gegen das Gesetz war.
  • Mein Eindruck ist, dass das soziale Umfeld den stärksten Einfluss hat. Wenn alle meine Freunde aufs Fliegen verzichten, ist der Druck auf mich hoch. Dazugehören und so leben zu wollen wie andere ist ein sehr starkes Motiv menschlichen Verhaltens.

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