Was seit Wochen an der griechisch- türkischen Grenze geschieht ist unfassbar.

Schon länger begleiten uns die Bilder der völlig überfüllten Zeltlager an der griechischen Küste und zeigen die unmenschlichen Zuständen, die dort herrschen.

Seit der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 29. Februar die Grenzen zu Griechenland geöffnet hat, warten tausende Flüchtlinge im Grenzgebiet und hoffen einen Weg in die EU zu finden.

Doch an der griechischen Grenze werden sie mit Gewalt abgewehrt.

Und was tuen unsere Politiker*innen? Die Große Koalition hat in der Nacht zu Montag beschlossen, das sie, im Rahmen einer Europäischen Lösung, 1000 bis 1500 Flüchtlingskinder aus “schwieriger humanitärer Lage” helfen wollen.

Jedoch befinden sich die meiste Menschen, die in den griechischen Zeltlagern Unterschlupf suchen oder noch auf türkischer Seite ausharren, in einer solchen schwierigen humanitären Lage.

Diese Problematik, wie von Seiten der Europäischen Union mit schutzsuchenden Menschen umgegangen wird macht mich einigermaßen Sprachlos.

Wann ist Humanität eigentlich verhandelbar geworden?

Bessere Argumente, als der Vergleich von Rutger Bregman fallen mir nicht ein.

“… Auch die Ethik gebietet eine Öffnung der Grenzen. Nehmen wir an John aus Texas droht zu verhungern. Er bittet mich um etwas zu essen, aber ich gebe ihm nichts. Ist es meine Schuld, wenn John stirbt? Man könnte sagen, dass ich lediglich zugelassen habe, dass er stirbt. Das ist kaum eine gute Tat, aber es ist auch nicht unbedingt Mord.

Nehmen wir nun an, John bittet mich nicht um etwas zu essen, sondern entschließt sich, auf den Markt zu gehen, wo er vielen Leuten begegnen wird, die bereit sind ihre Güter gegen Arbeitsleistung zu tauschen, die er erbringen kann.

Aber ich heuere ein paar schwerbewaffnete Männer an, die ihm den Weg zum Markt versperren. Wenige Tage später stirbt der ausgehungerte John an Entkräftung.

Kann ich immer noch behaupten, an seinem Tod unschuldig zu sein?”

Rutger Bregman – Utopien für Realisten

Deswegen gehen wir am Freitag, gemeinsam mit Seebrücke und vielen anderen auf die Straße.

Falls auch in diesem Fall wieder Fragen aufkommen, weshalb wir auf dieser Freitagsdemo ein Thema ansprechen, welches nicht offensichtlich mit der Klimakrise in Zusammenhang steht, dem kann ich nur raten Freitag dabei zu sein. Die Zusammenhänge werden wir dort schildern.

Oder habt ein paar Tag Geduld, auch hier wird es dazu noch einen Beitrag geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.