Jetzt werden sich sicherlich einige fragen, was das miteinander zu tuen hat. Wieso wird hier über den Weltfrauentag geschrieben?
Wieso ist das ganze sogar so wichtig, dass es zum Thema einer Freitagsdemo wird?

Das haben auch wir kontrovers diskutiert.

1975 haben die Vereinten Nationen den 08.03. zum internationalen Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden ernannt.

Zwar sind laut Grundgesetz alle Menschen gleich, aber die Realität sieht auch 2020 immer noch anders aus.

Der erst kürzlich veröffentlichte Gender Care Gap besagt, dass Frauen im Schnitt 87 Minuten am Tag mehr Sorgearbeit verrichten als Männer.

Und der Gender Pay Gap sieht auch nicht besser aus. Wir haben eine Lohnlücke von rund 21%, was sich natürlich auch später im Rentendefizit der Frauen niederschlägt.    

Wenn das kein Grund zum Handeln ist!

Doch zurück zum Klimaschutz und was dieser mit Feminismus zu tun hat:
Klimaschutz betrifft alle politischen Felder, er spielt in alle Bereiche unsere Lebens rein.

Sieht man sich die Menschen an, die den Klimaschutz wieder ins politische und gesellschaftliche Bewusstsein geholt haben, so sind sie vorwiegend weiblich. Die politischen Akteure der letzten Jahre, welche dem Thema Klimakrise kaum Beachtung geschenkt haben, vorwiegend männlich.

Doch sich nur daran abzuarbeiten wäre zu oberflächlich.

Wir als For-Future-Bewegung haben einen klaren Konsens.
In unserem Leitbild steht unter anderem, dass Rassismus, Sexismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in jeder Form bei uns keinen Platz haben.


Wir als Klimaaktivist*innen sind gleich, sind in erster Linie MENSCH!

Doch meine Generation, auch ich wurden anders sozialisiert. Und auch unsere Kinder sind nicht so frei von Geschlechterstereotypen, wie wir sie gerne erziehen möchten.

Es reicht in einen konventionellen Supermarkt zu gehen, dort findet Mensch schnell Joghurts mit gleichem Inhalt, aber für Jungs mit coolen Superhelden bedruckt und für die Mädchen mit süßer Prinzessin oder Fee.

Und genau diese Konzerne, die diese Marketingstrategien verfolgen, sind auch unter anderem die schlimmsten Klimasünder.

Sie beuten, zur reinen Gewinnmaximierung, Menschen im globalen Süden aus und tragen ihren Teil zur Wasserknappheit dort bei.

Der wichtigste Grund ist jedoch, der Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral.

Frauen und Mädchen leiden am meisten unter den Folgen der Klimakrise, vor allem in ländlichen Regionen des globalen Südens.

Mädchen und Frauen gelangen dort, durch ihren niedrigeren sozialen Status und schlechtere Bildung, nicht, oder zu spät an Informationen.

Bei, durch die Klimakrise verursachten Naturkatastrophen sterben im Schnitt vier mal mehr Frauen als Männer, unter anderem dadurch, dass sie zu spät gewarnt wurden, häufig nicht schwimmen können und sich auf der Fluch um Alte und Kinder kümmern.  

Durch immer häufiger auftretende Dürreperioden, müssen Frauen immer weitere Strecken zurücklegen um Wasser zu holen, häufig übernehmen dies auch Töchter, die deswegen früh die Schule abbrechen. Es kommt zu einem Teufelskreises der Bildungsarmut. 

Auch von auftretenden Seuchen und Malaria-Epidemien, sind Frauen mehr betroffen, da sie häufig die Pflege der Kranken  übernehmen und einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. 

Zugleich verursachen Frauen, auf Grund ihres schlechteren sozialen und ökonomischen Status, weniger CO2.  Ihr Pro-Kopf-Anteil ist weltweit niedriger.

Ich könnte dies noch weiter ausführen, noch mehr Beispiele aufzeigen. Doch ich denke das dieses genügt um die Verknüpfung der diversen Probleme und Ungerechtigkeiten aufzuzeigen.

Dieses genügt, um zu verdeutlichen, weshalb wir bei Kölle For Future auch hin und wieder mal Themen aufgreifen, die auf den ersten Blick nicht so viel mit der Klimakrise zu tun haben.

Aber wir dürfen nicht vergessen das oft ein zweiter Blick auf den Sachverhalt wichtig ist, und das nicht nur beim Kampf für eine klimagerechte Zukunft.

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