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Drei Jahre Lützerath – Mahnwache 30.01.2026 Ebertplatz

@RWE: Es bleibt dabei – Kohleausstieg 2030 – Keine neuen fossilen Kraftwerke

100 Menschen kamen zur Mahnwache am Ebertplatz – veranstaltet von Students For Future Köln und Fridays for Future Köln –  und erinnerten sich gemeinsam an die große Protestaktion gegen den Ausbau des Braunkohletagebaus Garzweiler II und den Abriss des Dorfes Lützerath vor 3 Jahren, am 14. Januar 2023. Die mediale Aufmerksamkeit war damals riesig. Es war ein kraftvolles Signal der Klimagerechtigkeitsbewegung. Und es war sowohl Höhepunkt als auch Kipppunkt der Protestbewegung, die sich im Camp und der Mahnwache von Lützerath bereits seit 3 Jahren manifestiert hatte. Mit riesigem Polizeiaufgebot wurde der Protestzug vor Lützerath gestoppt und die Räumung des Camps in den folgenden Tagen durchgesetzt. Wenig später gab es das Dorf Lützerath nicht mehr.

Davon und von der gelebten Utopie eines menschlichen Miteinanders im Camp berichtete Aktivist Marzii in seiner Rede bei der Mahnwache sehr berührend und persönlich.

In einer zweiten Rede beleuchtete Benedikt Siebauer, Psychologists For Future, Students For Future Köln die psychologischen Aspekte von Lützerath für die Klimabewegung dar. Die Versammlung von 30.000 Menschen in Lützerath sei kollektive Selbstwirksamkeit gewesen. Diese sei existenziell notwendig und kein Luxus für die Menschen der Klimagerechtigkeitsbewegung.  Kollektive Selbstwirksamkeit sei notwendig um mit den Informationen und Entwicklungen des Klimawandels und der politischen Ignoranz umgehen zu können und Angst in Wut und Wut in Tatkraft umzusetzen.

In einer dritten Rede stellte Sigrid Lange, Parents for Future Köln die Widerstandsbewegung in den historischen Kontext des Bauernkrieges. Nach Lützerath habe sich eine „bleierne Zeit“ und Melancholie breit gemacht. Sie plädiere dafür, diese zuzulassen.

Der Klimachor erinnerte mit seinen Liedern u.a. an die Proteste um den Hambacher Forst und lud zum Mitsingen ein.

So war die Mahnwache einerseits ein Trauerort, wie Benedikt Siebauer in der Eröffnung betonte und andererseits notwendig um die erwähnte Melancholie zuzulassen und Kraft zu sammeln im Sinne der kollektiven Selbstwirksamkeit. Denn nach wie vor gibt es genug aktuellen Anlass, auf den damals vereinbarten Kohleausstieg für 2030 und den Ausstieg aus fossilen Energieträgern hinzuweisen. Aktuell hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Bundesregierung VERBINDLICH verpflichtet, bis zum 25. März diesen Jahres einen konkreten Plan zur Umsetzung der deutschen Klimaziele vorzulegen. Diese Verpflichtung kommt zur rechten Zeit, denn die Europäische Union arbeitet fleißig an der Abschaffung des „European Green Deal“ und die deutsche Politik tut es ihr nach. Die einst so gefeierte Vereinbarung von NRW-Landesregierung, Bundeswirtschaftsministerium und RWE, vorzeitig in Hinsicht auf die gesamtdeutschen Klimaziele, bereits 2030 aus der Braunkohle auszusteigen wackelt. Jetzt steht, aus Gründen der „Versorgungssicherheit“, wie es heißt, diese Vereinbarung auf dem Prüfstand. Und mehr noch: Die Fossilokratie will  Braunkohle durch Gaskraftwerke ersetzen. Die Entscheidung soll im Juni 2026 fallen. 

Deshalb fordern wir:

@RWE: Es bleibt dabei – Kohleausstieg 2030 – Keine neuen fossilen Kraftwerke!

Deane Heumann

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