In der Aula in Erftstadt-Liblar, die jetzt unter anderem Notunterkunft für Opfer der Hochwasser-Katastrophe ist, habe ich mein Abi-Zeugnis bekommen.

Ich habe dort auch schon Karneval gefeiert. All die Orte in Erftstadt, die jetzt weltweit in den Nachrichten zu sehen sind, sind Orte meiner Jugend, denn ich bin dort zur Schule gegangen. Manche Freunde und Familie wohnen immer noch dort.

Noch nie war ich so nah dran an einer Naturkatastrophe.

Noch nie kannte ich persönlich Betroffene.

Noch nie konnte ich einfach in so ein Gebiet fahren und helfen.

Und doch erscheint mir all das so unbegreiflich. So surreal. Wie im Film.

Und gleichzeitig macht mich all das so wütend. So, so wütend.

Seit Jahrzehnten sagen Wissenschaftler*innen voraus, dass der Klimawandel zu solchen Naturkatastrophen führen wird. Dass es mehr Hitze (2018-2020) und mehr Unwetter geben wird. Dass wir etwas tun müssen, um den Klimawandel zu stoppen.

Getan hat die Politik in all den Jahren viel zu wenig. Oder besser gesagt: nichts.

Und jetzt stellen sich dieselben Politiker*innen vor die Kameras und predigen, dass mehr gegen die Klimaerwärmung getan werden müsse. Ein Versprechen, dass sie in ein paar Wochen, wenn ein Ort wie Erftstadt nicht mehr in den internationalen Medien zu sehen ist, wieder vergessen haben werden.

Genauso wie sie offenbar vergessen haben, dass sie ja eigentlich die Braunkohle-Lobby unterstützen. Aber wir, wir werden das nicht vergessen haben! Bitte denkt bei der #bundestagswahl2021 in ein paar Wochen daran zurück und setzt eure Kreuze für den Klimaschutz.

Damit nicht noch mehr Orte, noch mehr Zuhause, noch mehr Menschenleben zerstört werden.

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