Ich bin Lena von den Parents for Future Köln.

Klima Colonia

Wir sind heute hier vertreten, weil wir jeden Freitag für eine angemessene Klimapolitik demonstrieren und weil die Themen Flucht und Klimakatastrophe eng mit einander verbunden sind.

Ich engagiere mich in der Klimabewegung um Leid zu verringern und Gerechtigkeit, also Klimagerechtigkeit, zu erlangen.

Dabei denke ich als Mutter natürlich auch an meine eigenen Kinder, aber denen geht es hier noch ziemlich gut.

Wir Menschen im globalen Norden sind privilegiert, uns hat die Klimakrise noch nicht so hart getroffen, wie es bereits in anderen Teilen der Welt geschehen ist.

Die Klimakatastrophe ist menschengemacht und daran haben der globale Norden und die Industrieländer, also wir, einen 6fach höheren Anteil.

Durch die Klimakrise kommt es statistisch häufiger zu Dürren, Hitzeperioden, Überschwemmungen, Waldbränden. Land wird unbewohnbar und kann nicht mehr bewirtschaftet werden. Naturkatastrophen zerstören Lebensräume und Existenzen. Menschen können nicht mehr ernährt werden und sind gezwungen zu Fliehen.

Und dies trifft Länder im globalen Süden stärker, da sie in der Regel ärmer sind und die kleinbäuerliche Landwirtschaft hier noch eine größere Rolle spielt.

Die Klimakatastrophe ist also Ursache für Flucht. Und das nicht erst in Zukunft, sondern schon jetzt!

Aktuelle Zahlen belegen, dass sich die Zahl der klimabedingten Katastrophen bereits verdoppelt hat.

ExpertInnen sagen voraus, dass in den nächsten 50 Jahren zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Menschen gezwungen sein werden ihre Heimat zu verlassen, das sind jedes Jahr 6 Millionen Menschen.

Andere Zahlen sprechen von 20 Millionen Menschen pro Jahr innerhalb der eigenen Landesgrenzen.

Dies betrifft vor allem Menschen mit kleinen Bauernbetrieben, die ihre Existenzen aufgeben müssen, weil Ackerflächen durch Salzwasser zerstört wurden oder durch Dürren nicht mehr bewirtschaftet werden können und das Vieh verendete.

Diese Menschen fliehen meist in die Vororte der nächst größeren Stadt, in der dann eine Mischung aus Arbeitslosigkeit, Enge und Hoffnungslosigkeit herrscht.

Dies führt zu mehr Konflikten und kann in Kriegen enden. Denn immer mehr Menschen konkurrieren um immer weniger Ressourcen.

Somit heizt der Klimawandel das Konfliktpotential an, was zu mehr Kriegsflüchtlingen führt.

Eine Studie aus dem Jahr 2015 konnte einen ähnlichen Zusammenhang für Syrien feststellen.

Vor dem Ausbruch des Krieges 2011 herrschte in Syrien eine 3 Jahre anhaltende Dürre, wie es sie noch nie gegeben hatte und 1,5 Millionen Menschen flohen aus den ländlichen Gebieten in die Peripherie der Großstädte.

Auch wenn es hier vielschichtige Faktoren und Zusammenhänge gibt, hat die Dürre nach Einschätzung von Wissenschaftlern den Konflikt verschärft.

Die aktuelle Fluchtbewegung ist also keine Phase, die vorbei gehen wird, sondern wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die sich immer weiter zuspitzen wird. Die uns alle angeht.

Und wir müssen jetzt Grundsatzentscheidungen treffen, wie wir damit umgehen.

„Der Klimawandel wird in den nächsten Jahrzehnten zum Hauptfluchtgrund werden.“

wurde schon 2009 auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen gesagt.

Und immer noch gibt es weder Antworten auf die Klimakatastrophe noch auf die Fluchtbewegung!

Wollen wir diesen großen Herausforderungen für die Menschheit mit Menschlichkeit, Würde und Solidarität begegnen?

Stehen wir ein für das, was sich Europa als Grundwerte auf die Fahnen schreibt: Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Wahrung der Menschenrechte?


Es darf nicht die Antwort des globalen Nordens sein, Mauern und Grenzzäune zu errichten, auf unschuldige Familien zu schießen, ihre Rechte zu missachten und das alles nur um unsere Priviliegien zu schützen.

Es muss endlich eine angemessene, gerechte Antwort auf diese Krise gefunden werden.

Wir müssen die Konsequenzen der Klimakatastrophe so gering wie möglich halten, damit so wenig Menschen wie nur möglich ihre Heimat verlieren.

Wir müssen eine Antwort darauf finden, wie die wertvollen Ressourcen der Erde gerecht aufteilen können und vor allem müssen wir als allererstes unsere Grenzen öffnen und die Menschen, die jetzt gerade in Moria oder an der Grenze zu Griechenland sitzen, aufnehmen.

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