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Klimanachrichten von Klima hoch 3

Hallo zusammen,

ein gutes neues Jahr wünschen wir euch! Bevor wir zu den Klimanews des bisherigen Januars kommen, gibt es einen kleinen Rückblick. Was waren unsere Top 3 Klimanews 2025?

Viele Grüße Tobias und Jakob

PS: Am 17.01.2026 findet die alljährliche „Wir haben es satt“-Demo in Berlin statt.


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1) Kirchen steigen in großem Stil aus fossilen Investitionen aus

Zur Bewahrung der Schöpfung: 46 große kirchliche Institutionen aus Deutschland haben 2025 angekündigt, keine Gelder mehr in fossile Energieträger zu investieren. Nach Angaben von Christians for Future handelt es sich um die größte Divestment Initiative in der Geschichte Deutschlands. Mit dabei sind unter anderem die katholische Pax-Bank, fast alle evangelischen Landeskirchen, kirchliche Banken sowie Orden.

Weltweit haben seit 2013 über 1.700 Institutionen mit einem Anlagevolumen von mehr als 40 Billionen US-Dollar den Ausstieg aus fossilen Investments beschlossen, darunter mehr als 600 religiöse Einrichtungen. Die Initiative wurde rund um die Weltklimakonferenz COP30 öffentlich gemacht.

Warum das wichtig ist: Divestment entzieht fossilen Geschäftsmodellen Kapital und Legitimation und verschiebt Finanzströme hin zu klimafreundlichen Investitionen.

Zum Weiterlesen: tazevangelisch.deChristians for FutureSWR

2) Internationaler Gerichtshof stärkt Recht auf saubere Umwelt

In Ausgabe 263 hatten wir bereits darüber berichtet: Der Internationale Gerichtshof hat im Juli 2025 in einem historischen Gutachten klargestellt, dass eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt ein Menschenrecht ist. Staaten sind völkerrechtlich verpflichtet, den menschengemachten Klimawandel zu bekämpfen, auch unabhängig vom Pariser Abkommen. Wer Klimaschutz verzögert, könne damit Menschenrechte verletzen und der Klimawandel wird darin ausdrücklich als Bedrohung von Freiheit, Sicherheit und Menschenrechten benannt.

Warum das wichtig ist: Das Gutachten liefert eine starke rechtliche Grundlage, um Staaten weltweit für unzureichenden Klimaschutz zur Verantwortung zu ziehen.

Zum Weiterlesen: SpiegelTagesschauFrankfurter RundschauEuronews

3) Australien führt kostenlosen Solarstrom für Haushalte ein

Ab Juli 2026 erhalten Haushalte in mehreren australischen Bundesstaaten täglich mindestens drei Stunden kostenlosen Solarstrom. Auch ohne eigene Solaranlage. Der kostenlose Strom wird zur Mittagszeit bereitgestellt. Ziel ist es, den Stromverbrauch gezielt in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung zu verlagern. So sollen Strompreise gesenkt, Netze entlastet und der Bedarf an teuren Eingriffen in die Netzstabilität reduziert werden. Australien beschleunigt damit seinen Wandel weg von der Kohle hin zu erneuerbaren Energien.

Warum das wichtig ist: Das Modell zeigt, wie Marktanreize Akzeptanz für erneuerbare Energien erhöhen und Netzausbau sowie Strompreise entlasten können. Wir sind gespannt, ob es das Gesetz auch nach Deutschland schafft.

Zum Weiterlesen: Frankfurter RundschautazSWR-Podcast

KLIMANEWS DER WOCHE

4) Deutschlands Emissionen sinken, aber das Tempo reicht nicht

Deutschlands Treibhausgasemissionen sind 2025 um 1,5 Prozent auf rund 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken. Damit wurde das Klimaziel für 2025 erreicht, doch der Rückgang ist nur halb so stark wie im Vorjahr. Besonders kritisch ist, dass die Emissionen im Verkehrs- und Gebäudesektor wieder gestiegen sind. Die Einsparungen in der Industrie hängen vor allem mit einer schwachen Wirtschaftslage zusammen. Für das 2030-Ziel müsste sich das Einspartempo vervierfachen. Andernfalls drohen Zusatzkosten in Höhe von 34 Milliarden Euro jährlich.

Zum Weiterlesen: Agora EnergiewendeSpiegelZeittaz

5) Venezuela zeigt, wie Energiepolitik zur Machtfrage wird

Im Juli (Woche Nr. 263) stellte Susanne Götze bei uns ihr Buch „Die Milliardenlobby” vor. In ihrem aktuellen Buch „Die Sicherheitslüge” warnt sie davor, wie Europa sich durch Öl und Gas erpressbar macht. Öl und Gas sind ortsgebunden: Wer Zugang sichern will, braucht Einfluss. Notfalls militärisch. Die völkerrechtswidrige Intervention in Venezuelaverdeutlicht, dass eine fossile Welt eine Welt der Konflikte ist und wie stark Öl und Gas als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden. Die USA nutzen Energieexporte gezielt, um Einfluss auf globale Energieflüsse und Preise zu nehmen. Europa ist davon besonders betroffen, da fossile Abhängigkeiten politisch ausgenutzt werden können. Das zeigte sich beim russischen Gas und heute bei Flüssiggaslieferungen aus den USA und Katar.

Expert*innen wie Susanne Götze warnen, dass Europa nur durch Investitionen in eigene erneuerbare Energien unabhängiger wird. Wind- und Solarenergie stärken Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und politische Handlungsfähigkeit. Fossile Energiesysteme bleiben dagegen konfliktanfällig und erfordern im Zweifel militärische Absicherung.

Zum Weiterlesen: SpiegelFrankfurter Rundschau

6) Neuer Klimarisikoindex zeigt besonders gefährdete Regionen

Ein neuer Klimarisikoindex des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Versicherung Ergo zeigt, welche Regionen in Deutschland besonders vom Klimawandel betroffen sind. Besonders gefährdet sind Küstenregionen sowie Städte an Flüssen, vor allem im Nordwesten. Die Berechnungen reichen bis 2085 und basieren den gleichen Klimamodellen die auch der Weltklimarat nutzt. Fachleute warnen, dass vielen Kommunen das Geld fehlt, um sich ausreichend auf Klimafolgen vorzubereiten.

Zum Weiterlesen: Institut der deutschen WirtschafttazSWR

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