Klimanachrichten von Klima hoch 3
KLIMANEWS DER WOCHE
20. Januar – 26. Januar 2026
Hallo zusammen,
diese Woche ging es in den Medien um drei Fragen, die für die europäische Klimapolitik zentral sind: Wie stark belastet der kommende CO2-Preis private Haushalte? Wer trägt global die Hauptverantwortung für Emissionen? Und wie gefährlich ist Europas neue Abhängigkeit von fossilem Gas aus den USA für die Sicherheit und das Klima?
Hier kommen die drei Klimanews der Woche.
Viele Grüße Tobias und Jakob
KLIMANEWS DER WOCHE
1) Europäischer CO2-Preis trifft Haushalte in Deutschland kaum
Ab 2028 führt die Europäische Union einen einheitlichen CO2-Preis für Gebäude und Verkehr ein. Eine neue Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt nun, dass die zusätzlichen Kosten für viele Haushalte in Deutschland überschaubar bleiben dürften. Die Forschenden gehen von einem CO2-Preis von rund 60 Euro pro Tonne im Jahr 2028 aus. In Ländern wie Deutschland, in denen es bereits einen nationalen CO2-Preis auf Heizenergie gibt, würden die jährlichen Mehrkosten im Schnitt bei etwa 17 Euro pro Haushalt liegen.
Das ist vor allem deshalb relevant, weil die Dekarbonisierung des Wärmesektors bisher nur langsam vorankommt und weiterhin einen großen Teil der Emissionen ausmacht. Um soziale Härten zu vermeiden, plant die EU einen Klimasozialfonds, aus dem besonders betroffene Haushalte unterstützt werden sollen. Entscheidend wird laut Studie sein, dass die Mitgliedstaaten die Mittel gezielt einsetzen und den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme stärker fördern.
Zum Weiterlesen: Tagesspiegel, Bertelsmann Stiftung, SWR, MDR
2) 32 Unternehmen emittieren mehr als 50 Prozent der Emissionen
Mehr als die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen und Zement geht auf nur 32 Unternehmen zurück. Das zeigt der neue Carbon Majors Report für das Jahr 2024. Im Vergleich zum Vorjahr sind das vier Unternehmen weniger.
Auffällig ist, dass die größten Emittenten überwiegend staatlich kontrolliert sind. Die zehn emissionsstärksten Unternehmen der Welt befinden sich vollständig oder mehrheitlich in Staatsbesitz und verursachten zusammen mehr als ein Viertel der globalen CO2-Emissionen. Angeführt wird die Liste von Saudi Aramco, Coal India, China Energy Investment, der National Iranian Oil Company und Gazprom. Gleichzeitig tragen auch private Konzerne wie ExxonMobil, Shell oder BP weiterhin massiv zu den globalen Emissionen bei. Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, dass große Emittenten den notwendigen Wandel seit Jahrzehnten kennen, ihn aber aktiv durch Lobbyarbeit und politischen Einfluss behindern.
Zum Weiterlesen: ZDF, Guardian, Carbon Majors Report
3) Die Abhängigkeit vom US-Fracking-Gas wird zum Risiko
Europas Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA steigt stetig. Nach dem Ausstieg aus russischem Gas droht damit eine neue fossile Abhängigkeit mit erheblichen sicherheitspolitischen Risiken. In Zeiten, in denen Donald Trump geopolitische Druckmittel offen einsetzt, bedeutet eine starke Energieabhängigkeit von den USA auch eine neue Form politischer Erpressbarkeit.
Wie real dieses Risiko ist, zeigte sich bereits im vergangenen Herbst. Die USA und Katar drohten der EU in einem gemeinsamen Schreiben mit einem Lieferstopp, sollte die Europäische Union ihre Nachhaltigkeitsvorgaben im Lieferkettengesetz nicht abschwächen.
Laut dem US-Thinktank Institute for Energy Economics and Financial Analysis hat sich der Anteil an LNG-Importen aus den USA in die EU seit 2021 stark erhöht und lag 2025 bereits bei rund 60 Prozent. In Deutschland ist die Abhängigkeit noch größer. 96 Prozent der LNG-Importe kamen zuletzt aus den Vereinigten Staaten.
Neben der politischen Dimension ist auch die Klimawirkung problematisch. Langfristige Lieferverträge machen die Klimaziele schwer erreichbar und bedeuten einen fossilen Lock-In für die kommenden Jahre.
Zum Weiterlesen: taz, Spiegel, Süddeutsche Zeitung, WirtschaftsWoche, Deutsche Umwelthilfe, Tagesspiegel Background, Handelsblatt
Diese Ausgabe ist geschrieben von Tobias Rosenberger
