Kunst und Klimawandel – Koyaanisqatsi
Neulich bin ich auf einen Film gestoßen, den ich irgendwann mal gesehen hatte: „Koyaanisqatsi“ von 1982, und der Regie von Godfrey Reggio, produziert von Francis Ford Coppola, und war erstaunt wie gut der Film auch heute noch wirkt und auch in gewisser Weise aktuell geblieben ist.
Es handelt sich um eine etwas mehr als einstündige Collage von Filmaufnahmen, die zeigen, wie Technik uns von der Natur entfremdet hat und unseren Alltag beherrscht. Auch die Gewinnung der gewaltigen Menge fossiler Energie und die damit verbundene Zerstörung der Natur werden gezeigt.
Das interessante ist, dass der Film nur aus dokumentarischen Bildern und der passend dazu komponierten Musik von Philip Glass besteht. Hierdurch entsteht allmählich ein Bilder-Sog, zumal viele Szenen in Zeitraffer oder Zeitlupe sind. Es ist wie ein einstündiger Musikvideoclip. Auf einer großen Kinoleinwand kommt das natürlich am besten.
„Koyaanisqatsi“, ein Wort aus der Sprache der Hopi, kann mit „Leben im Ungleichgewicht“ übersetzt werden. Auch unsere heutige Zeit scheint sich systemisch gesehen in einem sich verstärkendem Ungleichgewicht zu befinden. Sicherlich hat das Buch „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome damals auch eine Rolle hierbei gespielt. Der Film ist eine auch heute noch sehenswerte, wenn auch etwas plakative Kritik an der hochtechnologischen Lebensweise und ein Unikat. Noch so einen derartigen Film zu dieser Thematik gibt es meines Wissens nicht.
Ausschnitte sind bei Youtube zu sehen. Hier kann man sich auch den ganzen Film derzeit für 3,99€ ausleihen, sofern man einen Google-Account hat und auch bei Apple TV.
Einen ausführlichen Bericht über die Entstehung des Films, dessen Produktion mehr als sieben Jahre dauerte, und vor allem der Musik gibt es hier: Philip Glass und Koyaanisqatsi (MusikTexte – Zeitschrift für Neue Musik Heft 3, Februar 1984)
